Berufstätigkeit und Elternschaft zusammen zu bringen, fühlt sich so an, als führtest Du ein Doppelleben. Zwei Partnerschaften, in denen Du parallel voll involviert und zu denen Du vollkommen committed bist. Von 9 bis 18 Uhr mit dem ganzen Herzen bei DER Arbeit, am Abend und am Wochenende mit genauso viel Einsatz zu Hause bei DER Familie.

Wir wollen Arbeit und Familie unter EINEN Hut bekommen

Es fühlt sich ständig so an, als könntest Du Dich nicht zwischen zwei Lebenspartnern entscheiden und versuchtest beide bei der Stange zu halten, während Du viel Zeit und Energie in die Planung und Logistik investiert, die dafür sorgt, dass sich beide nie über den Weg laufen. Denn Du hoffst, dass die Arbeit NIE merkt, dass Du Deine Familie auch liebst und Du willst der Familie immer den Schmerz ersparen zu merken, dass es neben ihnen noch jemanden gibt, mit dem Du Dein Leben teilst. 

Zuerst kommt der Job, chronologisch betrachtet

Es gibt dieses Zitat: „Es wird von einer Frau erwartet so zu arbeiten, als hätte sie keine Kinder und so Mutter zu sein, als hätte sie keinen Job.“ Das trifft auf Väter heute oft auch zu. Denn Du lebst in einer Gesellschaft, in der man zuerst mit dem Job verheiratet ist. Und genau liegt das Problem. Du hast das Gefühl, als wäre die Familie der zweite Partner, das zweite Leben, zusätzlich zur ernsten Verbindung die wir mit dem Arbeitsvertrag schon eingegangen bist. Du hattest ja eigentlich schon ein Leben und auf einmal, wenn Du Mutter oder Vater wirst, ist da noch eins. Willkommen im Doppelleben.

Statt Kind UND Karriere zusammenzubringen, investieren wir Zeit und Energie in die Trennung dieser Lebensbereiche

Du redest von Vereinbarkeit, aber willst wirklich nicht, dass sich die beiden Lebenswelten treffen. Du befürchtest insgeheim, dass dann alles auffliegt. Die Arbeit ist sowieso schon ganz schön eifersüchtig, weil Du letzte Woche nie noch für eine Zigarette danach bleiben wolltest und die Familie stellt seit einiger Zeit so komische Fragen. Wie lange kann das gut gehen? Wie lange schaffst Du das? Das hin und her pendeln? Das Spurenverwischen? Schnell noch den Babyspeichel von der Bluse wischen, damit er Dich nicht überführt ,wie der Lippenstift am Kragen in albernen Romanzen. Du sagst, Du bist Mutter oder Vater, aber willst nicht, dass man Dir das im Job vorhält.

Müssen Ansprüche immer in Konkurrenz zueinander stehen?

Ja, das ist überspitzt. Natürlich weiß Deine Familie von Deinem Job und Dein Job weiß, dass Du jetzt eine Familie hast. Aber irgendwie sind sie doch beide eifersüchtig und hoffen insgeheim, dass Du Dich im Ernstfall für ihre Seite entscheidest. Das spürst Du. Und darum lügst Du beide an und sagst: „Nein, nein, DU bist mir wichtiger, wenn Du gerade bei ihm/ihr bist.“

Für die Familie wird als "gegen" die Karriere verstanden

An dieser Stelle greift Vereinbarkeit. Warum sie so häufig nicht funktioniert, liegt daran, dass wir Vereinbarkeit als die Planung und Logistik ansehen, die dafür sorgt, dass beide Lebenswelten getrennt bleiben. Wir denken Vereinbarkeit ist Teilzeit. Dann können wir mehr für die Familie geben. Der Job fühlt sich im schlimmsten Fall dadurch gekränkt und denkt er ist nur noch eine flüchtige Affäre. Nach allem, was er Dir doch gegeben hat, BEVOR die Familie da war! Nach all den Jahren! Und überhaupt, war er doch Deine erste große Liebe! Jetzt, da die Familie da ist, ist er nur noch gut genug für ein paar Stunden am Vormittag, wenn die Kinder sowieso keine Zeit haben.

Für die Karriere wird als "gegen" die Familie angesehen

Siehst Du Vereinbarkeit als Übervollzeit-Weiterarbeiten an, fragt Dich irgendwann jemand, warum Du das mit der Familie überhaupt gemacht hast. Warum das Doppelleben, wenn Du die zweiten Hälfte so umfassend an andere abgibst? Warum willst Du nicht mehr Zeit mit uns verbringen, fragst vielleicht sogar irgendwann die Familie? „Musst Du heute wieder lange arbeiten?“, fragen die Kinder schon beim Frühstück und Du bekommst einen Kloß im Hals.

Vereinbarkeit ist eine Aufgabe in Familien und in Unternehmen

Du kannst und willst keins von beidem aufgeben. Die Vereinbarkeit, die Du brauchst ist darum eine, die alle drei Parteien zusammenbringt: Die Familie, den Job und Dich; unter einem Lebens- und Arbeitsmodell, das die Energie und Zeit, die sonst in das Trennen der Bereiche floß, frei setzt.

Da es hierzu aber nicht den EINEN Schlüssel gibt, die eine handlich-portionierte Lösung, haben wir etwas Besseres, etwas Individuelles entwickelt. In Kooperation mit der IHK Köln schaffen wir den Rahmen für echte Vereinbarkeit in Unternehmen. Gemeinsam haben wir den Zertifikatslehrgang Vereinbarkeits Manager/in (IHK) entwickelt. Eine Position, die Mediator, Initiator und Innovator ist, die sich für die Interessen auf beiden Seiten (Die Arbeit und Die Familie) einsetzt und individuelle Strategien für die unterschiedlichen Ansprüche gestaltet und umsetzt.

Eigene Vereinbarkeitsstrategien aus Unternehmen heraus entwickeln

Der IHK-Lehrgang ist branchen- und bereichsübergreifend angelegt und kann so von jeder Interessierten Person im Unternehmen als Zusatzqualifikation absolviert werden. Im Lehrgang werden unterschiedliche Modelle von Vereinbarkeit, konkrete Maßnahmen, Best-Practice-Cases, politische Rahmenbedingungen, rechtliche Grundlagen, kreative- und kommunikative Kompetenzen sowie umfassendes Know-How rund um New Work und die Arbeitswelt der Zukunft vermittelt. Die erste Kursdurchgang startet im Januar 2021 und findet vollständig digital statt. Ausschließlich für die abschließende Prüfung ist die persönliche Anreise nach Köln notwendig.

vereinbarkeit im unternehmen

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