So kannst Du als Mutter einfach(er) netzwerken

 

Ich habe diese eine Freundin, die einen hilfreichen Kontakt für jede Situation hat. Damit kriegt sie (fast) immer, was sie will. Vom spontanen Tisch im seit Monaten ausgebuchten Restaurant über Last-Minute-Handwerkerhilfe zum Freundschaftspreis hin zum prominenten Gast für ein wichtiges Event. Jedes Mal wenn ich sie fragte, ob sie jemanden kennt, der vielleicht ganz zufällig jemanden kennt, der eventuell von jemanden gehört hat, sah sie mich nur an und fragte ganz direkt: „Was brauchst du und wann?“ Kurz darauf hatte ich jemanden am Telefon, der schon bei der Nennung ihres Namens hörbar lächelte und mir gerne behilflich war.

 

“Du kannst zaubern,” sagte ich einmal zu ihr. Sie tat das ab. Es ließ mich einfach nicht los. “Wie hast du dir so ein großartiges Netzwerk aufgebaut und wie kommst du neben Familie und Job dazu es so gut zu pflegen?”

 

Meeting Point Kita und Co. – Gleiche Zeit, gleicher Ort täglich

 

Ihr Antwort: “Ich habe zwei Kinder, die ich Jahre lang von Kita, Kindergärten und jetzt täglich von der Schule abholen muss.“ Da trifft sie die halbe Stadt und das auch noch ganz regelmäßig. Da passierte das Netzwerken. “Du stehst da fast jeden Tag mit den gleichen Eltern rum. Die haben Kinder, du hast Kinder. Damit hat man ganz automatisch Gemeinsamkeiten.” Wer bisher also dachte von anderen Kindern holt man sich nur die Windpocken, der irrt.

 

Mit jeder Information wächst das Netzwerk – fast automatisch

 

Doch um aus diesen regelmäßigen Aufeinandertreffen ein produktives Netzwerken werden zu lassen, reicht bloße Präsenz nicht aus. Meine Freundin ist extrovertiert, sehr hilfsbereit und vor allem direkt. Wenn jemand in ihrer Nähe anfängt über einen Mangel oder ein Leid zu klagen, fragt sie stets: “Wie kann ich dir helfen?” Sie redet nicht lange drum herum. Sie bietet ihre Hilfe an, ohne Hintergedanken. “Es ist ja meistens gar nicht schwer. Die eine braucht einen Kinderarzt. Dann rufe ich bei meinem an und sage denen, dass ich eine Freundin mit ihrem Kind vorbei schicke. Eine andere sucht eine größere Wohnung, dann halte ich die Ohren auf, höre, dass ein Mutter vom Spielplatz umzieht und habe zwei Frauen, die ich nur zusammenbringen muss.” Meist sind es Kleinigkeiten erzählt sie. Den befreundeten Müttern auf diese Weise zu helfen, kostet sie mal einen Anruf, eine Email oder eine Whatsapps-Nachricht.

 

Nicht darauf warten, dass die andere Mutter den ersten Schritt macht

 

Beim Netzwerken unter Müttern geht es aber nicht nur um Hilfsbereitschaft. Der Schlüssel ist die direkte Ansprache. Zu oft kennt man die Menschen, mit denen man da fast täglich spricht nur als Noahs oder Emilys Mama. Statt über die aktuelle Grippewelle zu diskutieren und darauf zu warten, dass die andere mehr will, darf auch mal direkt gefragt werden: “Was machst du eigentlich beruflich? Sag mal, kennst du jemanden, der mir bei dies oder jenem helfen kann.” Selbst wenn es kein Projekt gibt, bei dem man auf der Stelle zusammen anpackt, schadet es nie, den Kontakt zumindest im Handy gespeichert zu haben. Und mit dem Einspeichern im Handy, hat man dann auch immer nochmal die Chance den Namen von Noahs Mama zu erfragen. Das muss ja nicht direkt sein, sondern geht dann charmant über die Frage: “Wie genau schreibt man deinen Namen?” Oder auch: “Wie ist denn dein voller Name? Nicht, dass ich dich mal digital verwechsle.” Und von da an heißt es nur noch: Freundlich sein, die Kids spielen lassen und morgen wiederkommen.

Juliane
Juliane Schreiber
juliane@mamameeting.de